Wertvoller Verzicht als Impuls zur Selbstheilung

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Entstehung des intermittierenden Fastens

Während für uns modernen Menschen allzeit und überall Nahrung im Überfluss vorhanden ist, war dies für unsere Vorfahren, die noch als Jäger und Sammer lebten, keineswegs der Fall. Noch bevor die Menschen sesshaft wurden und lernten Ackerbau und Viehzucht zu betreiben, gab es Tage, an denen das Essen nicht rund um die Uhr im Supermarkt zur Verfügung stand. Aber auch gute und schlechte Ernten oder harte Winter sorgten dafür, dass die Menschen an manchen Tagen ohne Nahrung auskommen mussten. Was sich für uns unvorstellbar anhört, gehörte früher zum Alltag und war keinesfalls schlecht. Ganz im Gegenteil, denn unser Körper hat sich auf diesen regelmäßigen Mangel in seiner genetischen Entwicklung perfekt eingestellt! Denn unserem Körper schadet vor allem der Nahrungsüberschuss. Gezieltes Fasten hat daher enorme gesundheitliche Auswirkungen, aktiviert die Selbstheilungskräfte des Körpers und lässt uns länger und gesünder leben.

Intermittierendes Fasten - Wie funktioniert das?

Intermittierendes Fasten ist eine Variante des Kurzzeitfastens, bei der sich die positiven Auswirkungen dieser regelmäßigen Phasen ohne Nahrungsmittelaufnahme zunutze gemacht werden. Im Vergleich zum Langzeitfasten wie dem Heilfasten, das vorzugsweise zweimal im Jahr (im Frühjahr und Herbst) durchgeführt werden sollte, lässt sich das Intermittierende Fasten kontinuierlich in den Alltag integrieren.

Grundsätzlich werden zwei Formen des Intermittierenden Fastens unterschieden: ein Fastentag pro Woche oder tägliche Fastenperioden.

 

Ein Fastentag in der Woche

Hierbei werden in der Woche ein bis zwei Tage eingeführt, an denen nichts gegessen wird. Es ist auch möglich im 24-stündigen Rhythmus zu essen und zu fasten, also einen Tag nach Belieben zu essen und am darauffolgenden Tag zu fasten. Diese Variation stellt allerdings eine sehr extreme Form des Intermittierenden Fastens dar. Und ist eher zur Erreichung eines gewünschten Fastenziels wie der konkreten (Begleit-)Therapie von Krankheiten zu empfehlen. Für einen gesunden Menschen empfehlen sich ein bis zwei Fastentage die Woche. So kann zum Beispiel immer Montags und Donnerstags gefastet werden. An den anderen Tagen wird normal gegessen. Der Flüssigkeitsbedarf an den Fastentagen wird ausschließlich durch Wasser und ungesüßte Kräutertees gedeckt.

 

Tägliche Fastenperioden

Die zweite Variante des Intermittierenden Fastens sind tägliche Fastenperioden. Die Fastenperioden können 12, 14 oder 16 Stunden lang andauern. Wobei gilt, je länger, desto besser. Es eignet sich dazu die ohnehin nahrungsfreien Schlafphasen zu nutzen. Wenn man beispielsweise von 23 bis 6 Uhr schläft, ist man schon bei 7 Stunden ohne Nahrung. Nun muss man nur noch 5 weitere Stunden ohne Essen auskommen, um auf die Mindestanzahl von 12 Stunden zu kommen. Dazu bietet es sich beispielsweise an, Abends ab 20 Uhr nichts mehr zu essen und morgens erst ab 9 Uhr bei der Arbeit/in der Uni/Schule. Wenn man mit dem Intermittierenden Fasten beginnt, eignet sich die 12 Stunden Methode als guter Einstieg und kann dann beliebig ausgebaut werden. In der Fastenzeit sollten auch hier ausschließlich Wasser, ungesüßte Tees oder Espresso (ohne Zucker, ohne Milch) getrunken und ansonsten keine Nahrung aufgenommen werden. In der Zeit, in der ganz normal gegessen wird, sollten 2-3 Hauptmahlzeiten eigenommen und sich natürlich weiterhin ausgewogen und gesund ernährt werden. Einen Blogpost zum Thema gesunde Ernährung findest du hier.

Die Fastenperioden können täglich, mehrmals pro Woche oder in unregelmäßigen Abständen in den Alltag integriert werden. Grundsätzlich gilt jedoch, je regelmäßiger die Fastenperioden, desto größer sind die gesundheitlichen Vorteile für den Organismus.

 

Gesundheitliche Vorteile

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Die gesundheitlichen Auswirkungen des Intermittierenden Fastens auf unseren Körper sind unglaublich und unterliegen ebenso komplexen biochemischen Prozessen! Unter anderem führt es zu regulierten Blutzucker- und Insulinwerten und beugt damit nicht nur Diabetes vor, sondern kann auch enorme Erfolge bei der Diabetes-Therapie erzielen. Im Verlauf des Fastens pendelt sich der Blutdruck meist ein und sinkt auf ein normales Level. Gemeinsam mit den regulierten Blutzucker- und Insulinspiegeln wird so das Risiko an kardiovaskulären Erkrankungen und Infarkten zu erkranken drastisch reduziert. Auch beeinflusst Intermittierendes Fasten die Blutfettwerte günstig, indem es das schlechte LDL-Cholesterin reduziert und gleichzeitig das gefäßschützende HDL-Cholesterin erhöht und somit insgesamt den Cholesterinspiegel reguliert.

Intermittierendes Fasten schützt außerdem vor Erkrankungen des Nervensystems wie Multiple Sklerose, Demenz oder Parkinson. Denn die Nahrungskarenz stimuliert die Bildung von protektiven Proteinen und antioxidativ wirkenden Enzymen, die die Zellen vor oxidativem Stress schützen. Intermitterendes Fasten kann somit auch die Krebstherapie verbessern und senkt präventiv das Risiko an Krebs zu erkranken.

Weiterhin stärkt es die Immunabwehr und führt zu einer Anpassung der Darmbakterien, die vermutlich daher kommt, dass durch die regelmäßigen Nahrungspausen auch Bakterienarten eine Chance bekommen, die zuvor nur eine Nischenexistenz geführt haben. Diese Prozess unterstützen die Selbstreinigung des Körpers, entschlacken, entgiften, und befreien uns von unntöigem Ballast, sodass als sekundäre Folge des Fastens und damit auch des Intermittierenden Fastens die Gewichtsabnahme resultiert.

Und last but not least: Fasten macht glücklich! Denn, um es in Prof. Dr. Andreas Michalsens Worten zu sagen: "Sicherlich würden wir heute nicht mehr den Planeten so zahlreich bevölkern, hätten unsere Vorfahren, die Urmenschen, sich bei Hunger apathisch oder depressiv in der Höhle zurückgezogen. Stattdessen ist ihr Gehirn besonders aktiv geworden - Tatendrang ist sicherlich einer der besten Wege für eine erfolgreiche Nahrungssuche." Und dieser Instinkt ist uns bis heute geblieben!

Insgesamt bedeutet Intermittierend zu Fasten also länger und gesünder zu Leben.

 


Praxistipps

1. Arbeite dich langsam vor

Starte zunächst mit 12 Stunden Fasten und baue deine Fastenzeit langsam auf 14 oder 16 Stunden aus.

2. Fasten macht anfangs hungrig

Wenn du zu den Menschen gehörst, die alle paar Stunden eine Zwischenmahlzeit einnehmen oder eine Kleinigkeit snacken, dann wirst du anfangs sehr hungrig sein in der Fastenzeit. Versuche deinen inneren Schweinehund zu überwinden und dennoch mit dem Essen zu warten. Meist ist es nämlich gar kein Hunger, sondern Appetit, den dir dein Unterbewusstsein vermittelt. Auch kann ein kurzzeitig stark abgesunkener Blutzuckerspiegel verantwortlich für dein Hungergefühl sein. Dein Stoffwechsel wird sich aber schnell an die Umstellung gewöhnen.

3. Sport machen ist absolut kein Ding während des Fastens

Auch wenn du zu Beginn deiner Reise des Intermittierenden Fastens ständig Magenknurren oder Schwächegefühle hast, wird sich dein Stoffwechsel bald umstellen und dein Organismus sich an die Nahrungskarenz einstellen, sodass bald die Zeiten, in denen du nichts isst, zu Zeigen höchster sportlicher und geistiger Leistungsfähigkeit entwickeln!! Sport machen, Klausuren schreiben oder Meetings haben ist dann absolut kein Thema.

4. Nebenwirkungen des Heilfastens bleiben aus

Dadurch, dass beim Intermittierenden Fasten in regelmäßigen Abständen Nahrung zugeführt wird und nicht gänzlich auf Essen verzichtet wird, stellt sich der Stoffwelchsel nicht auf den Hungerstoffwechsel um, sodass die häufig auftretenden Nebenwirkungen des Heilfastens wie Kopfschmerzen nicht auftreten.

5. Intermittierendes Fasten ist keine Wunderdiät

Wenn du dich natürlich während der Essphasen von ungesunden verarbeiteten Lebensmitteln ernährst, wirst du die positiven Auswirkungen des Fastens und den dadurch möglicherweise entstehenden Gewichtsverlust natürlich nicht erfahren. Das ist ja klar. Aber wenn du dich ausgewogen und pflanzenbasiert ernährst, wirst du bald die wundervollen Wirkungen des Intermittierenden Fastens auch am eigenen Leib erfahren!

 

Love & Light

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